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Wärmedämmung Material

Hoch wärmedämmende Materialien sind für die Dämmung von Häusern und damit die Erfüllung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) unverzichtbar

Wärmedämmung Material - XPS Die Eigenschaft der Wärmedämmung erhalten sie durch Luft, die in ihrem Inneren eingeschlossen wird. Luft ist von Natur aus ein schlechter Wärmeleiter. Das bedeutet, dass Wärmeenergie eine Barriere aus Luft nur schlecht überwinden kann.
Bei der Wärmedämmung macht sich die Industrie diesen Grundsatz zu Nutze. Materialien zur Wärmedämmung schließen immer eine größere Menge an Luft ein, die dann als Bestandteil des Dämmstoffs für eine niedrige Wärmeleitfähigkeit sorgt.

Wärmedämmstoff Polystyrol-Hartschaumstoff

XPS als Wärmedämmungsmaterial ist druckstabil und feuchteunempfindlichEs werden zwei verschiedene Polystyrol-Hartschaumstoffe als Material zur Wärmedämmung angeboten: Extrudierte Polystyrolhartschäume (XPS) und expandierte Polystyrolhartschäume (EPS). Ausgehend vom gleichen Rohstoff werden durch unterschiedliche Herstellverfahren verschiedene Produkteigenschaften erzielt: Durch Extrusion wird beim XPS-Dämmstoff ein homogenes, geschlossenes Zellgefüge erreicht. Bei EPS werden treibmittelhaltige Polystyrolperlen mit Wasserdampf zu Schaumstoffkugeln expandiert. Diese bereits aufgeschäumten Polystyrolschaumpartikel werden in einem weiteren Schritt durch Hitzezufuhr verschweißt, wobei mehr oder weniger große Zwickel (Zwischenräume) zwischen den einzelnen verschweißten Polystyrolperlen verbleiben können.
Die europäisch harmonisierte Produktnorm für extrudierten Polystyrolhartschaum ist die DIN EN 13164. Sie beschreibt die Materialeigenschaften in Klassen und Stufen für die CE-Kennzeichnung, die auf jeder Verpackung von XPS Dämmstoffen zu finden ist, und kennzeichnet damit die Qualität des jeweiligen Materials.

Damit sich die beiden Materialien zur Wärmedämmung aus Polystyrol leicht auseinander halten lassen, haben sich die Hersteller ein besonderes System ausgedacht. XPS wird in den fünf Pastellfarben rosa, grün, blau, lila und gelb eingefärbt, EPS bleibt meist weiß. So sind beide Dämmstoffe auch für den Laien leicht auf den ersten Blick zu unterscheiden.

Wärmedämmung Material: Herstellung durch Extrusion

Bei dem Herstellungsverfahren der Extrusion wird zunächst Polystyrol-Granulat geschmolzen und anschließend mit hohem Druck und mithilfe eines Treibmittels durch eine Breitschlitzdüse aufgeschäumt. Auf diese Weise lassen sich Werkstoffe zur Wärmedämmung von 2 bis 20 Zentimetern Stärke herstellen. In den Zellen der homogenen und geschlossenen Materialstruktur verbleibt anschließend reine Luft, die dann die hohe Dämmleistung erbringt.

Das geschlossene Zellgefüge verleiht XPS neben der guten Eigenschaft zur Wärmedämmung zahlreiche weitere Charakteristika. Das Material ist durch seine Struktur beispielsweise besonders druckfest. XPS hält pro Quadratmeter einem Druck von bis zu 30 Tonnen stand. Darüber hinaus kann in die geschlossene Zellstruktur kein Wasser eindringen. Diese Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit in Kombination mit der hohen Druckbeständigkeit macht XPS zum idealen Material in allen Bereichen, wo die Wärmedämmung besonders hohe Anforderungen erfüllen muss. Als Kellerdämmung trotzt sie beispielsweise dem feuchten Erdreich sowie dem auf ihm lastenden Erddruck. Als Bestandteil eines Umkehrdachs kann der Werkstoff der Wärmedämmung zudem dauerhaft in einem Umfeld liegen, das regelmäßig durch Niederschlagswasser nass wird.

Kuriose Einsatzgebiete des wärmedämmenden Materials XPS

Durch seine Eigenschaften hat das Material XPS zahlreiche Einsatzgebiete, die über die Wärmedämmung eines Hauses hinausgehen. Der XPS-Werkstoff dient beispielsweise unter den Fernstraßen Alaskas als Frostschutzschicht. Hierbei hält es der Druckbelastung von Trucks und anderen Fahrzeugen stand. Auch aus dem Surfsport ist XPS heute nicht mehr wegzudenken. So gibt es Surfbretter, deren Kern aus XPS besteht. Aufgrund der eingeschlossenen Luft weist das Material nämlich ebenso gute Fähigkeiten zum Schwimmen wie zur Wärmedämmung auf. Die hohe Beständigkeit gegenüber Wasser fand beispielsweise auch bereits in manchem Sport- und Jachthafen Verwendung. XPS wurde hier als Trägermaterial für schwimmende Bootsstege genutzt. Diese Beispiele zeigen deutlich, dass das Material zur Wärmedämmung selbst die größten Herausforderungen meistert.

Klassische Verwendung des Materials in der Wärmedämmung

Perimeterdämmung mit dem Wärmedämm Material XPSIn der Wärmedämmung eines Hauses hat das Material XPS mehrere klassische Einsatzgebiete. Neben der Kellerdämmung – der so genannten Perimeterdämmung – kommt es beispielsweise als Material zur Wärmedämmung von Wärmebrücken sowie bei der Dämmung von Flachdächern zum Einsatz. Weitere Einsatzgebiete sind die Kerndämmung und die Dämmung von Steildächern – hierbei wird XPS allerdings nur im Einzelfall eingesetzt. Die Hersteller von XPS bieten zudem spezielle Produkte für die Innendämmung an.

Dämmmaterial innen oder außen anbringen

Generell hat die Außendämmung eines Gebäudes deutliche Vorteile gegenüber einer Innendämmung. Einerseits verbraucht das Material zur Wärmedämmung keinen wertvollen Wohnraum, zum anderen lassen sich durch eine Außendämmung Wärmebrücken leichter vermeiden. Wird eine Dämmung von Innen an den Wänden befestigt, muss außerdem fast immer eine Dampfsperre auf der Raumseite der Dämmung aufgebracht werden.

Die Innendämmung ist eine relativ kostengünstige Option für die nachträgliche Dämmung eines Kellers. Denn um die Kellerwände von außen mit einem Material zur Wärmedämmung zu versehen, müssen sie komplett freigelegt werden.
Generell sollte die Wärmedämmung eines Hauses von einem Experten ausgeführt werden. Nur so lassen sich Fehler vermeiden, die schwerwiegende Baumängel nach sich ziehen können. Das Geld für die Beratung durch einen Fachbetrieb ist deshalb gut investiert.

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